„daß der Graf nie ungeduldig wird. Ruhig ſaß er da, volle ſieben Minuten, aber in der achten—“
„Als der Franzoſe kam—“
„Hat er ihn ſofort entlaſſen, gezahlt, ſo viel ihm ge⸗ bührt, ordentlich, keinen Sous mehr oder weniger, kein Wort mehr oder weniger, keine Miene— Nur ſo hat er es gemacht.“
„Ich verſtehe,“ ſagte der Secretair.
„Die Handbewegung!“
„Ja! mit der Rechten, leicht, aber eiſern, wie wenn er einen Degenſtoß pariren wollte.“
„Freilich, und der Windbeutel war über die Schwelle.“
„Neuer Vorleſer aufzunehmen,“ notirte der Secretair.
„Der Graf hat noch nicht befohlen.“
„Er wird befehlen,“ ſagte der Secretair.
„Jetzt wird er klingeln,“ ſagte der Kammerdiener, nachdem er auf die Uhr geſehen.„Ohl er iſt die Ordnung ſelbſt, man iſt ſtrenge gehalten, aber man weiß doch, woran man iſt. Jetzt gleich!“
Es klingelte. Francois verſchwand in der Thüre, welche zu den inneren Gemächern des Grafen führte. Schnell kehrte er zurück.„Ich hab' ihm ſeine Kleider gereicht, jetzt zieht er ſich an.“
„Immer allein,“ bemerkte der Secretair.
„Tag für Tag,“ ſagte Frangois,„es iſt mir immer ſonderbar, ich glaube, er iſt verſchämt, er hat es von der Mutter her, nie darf ihm Jemand Hilfe leiſten, nie zu⸗ ſehen. Allein kleidet er ſich an und aus. Es iſt mir immer ſonderbar, wenn ich an die Liebesabenteuer des Grafen


