Teil eines Werkes 
2. Band (1876) Novellen
Entstehung
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Damit kehrte ſie ihm den Rücken und er ſah ſie noch majeſtätiſch durch das Thor der Hofburg ſchreiten.

Das war eine Verwirrung in dem Stübchen bei Deckermann am nächſten Morgen. In aller Frühe ſchon hatte ein kaiſerlicher Hatſchier einen Zettel gebracht mit dem Befehl, die Jungfer Lina habe ſich um 10 Uhr im Audienzſaal der Kaiſerin einzufinden und ihr Moralitätszeugniß mitzubringen. Der grobe, blaugraue Wiſch trug den Namenszug: Maria Thereſia.

Die Mutter kniete vor dem heiligen Antonius und betete und Lina hatte rothgeweinte Augen, als der Lieutenant Leopold von Planta in voller Parade⸗ uniform hereintrat.

Das iſt eine ſchöne Geſchichte, begann er,die Kaiſerin hat mich vor ſich citirt, Alles iſt verrathen, und ich bin auch ſelbſt ſchuld an unſerem Unglück.

Da lies, erwiderte das Mädchen ihm den Zettel hinhaltend.

Du biſt auch citirt, rief der Offizier,es wird immer beſſer.

Wo ſoll ich bis 10 Uhr ein Moralitätszeugniß auftreiben, jammerte Lina.

Dazu wäre denn ich da, rief in dieſem Augen⸗