Der Schrank ſeufzte bei dieſer Ausſicht tief auf, die ſpaniſche Wand bebte vor Angſt und die Bettgar⸗ dine blähte ſich wie das Segel eines vom Sturm ge⸗ peitſchten Schiffes auf.
„In jedem Falle rechnen Sie auf meinen Schutz und meine Protection“, ſagte der Fürſt huldvoll, gab der Primadonna, welche indeß in ihren Pelz geſchlüpft war, galant den Arm und führte ſie die Treppe hinab.
Kaum hatte das erſte Liebespärchen die Stube ver⸗ laſſen, kam das zweite hinter der Bettgardine hervor.
„Liebe Jungfer“, flüſterte die Auerſperg,„will Sie ſo gut ſein und nachſehen, ob wir ohne Gefähr aus dem Hauſe können?“
Lina eilte hinaus und kehrte faſt athemlos mit
der Meldung zurück, daß weithin nichts Verdächtiges zu bemerken ſei. Die Fürſtin küßte hierauf Lina raſch auf die Stirn und ſprach:„Ich werde Ihr das nie vergeſſen, gutes Mädchen, was Sie heute treu an mir gehandelt.“
Lina verneigte ſich ſtumm.
„Sie kann ſich von ihrem Kaiſer jede Gnade aus⸗ bitten, Mademviſelle“, fügte der Gemahl Maria The⸗ reſia's hinzu,„gute Nacht.“
Damit empfahl er ſich und eilte, mit der galanten Hofdame das Freie zu gewinnen.
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