Teil eines Werkes 
2. Band (1876) Novellen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

163

„Und noch dazu dicht verſchleiert.“

„Warum ſoll denn in dem Wagen keine Dame ſitzen?“ ſagte Kaunitz, das Fenſter wieder ſchließend.

„Weil— weil— ich wette, es iſt etwas Unrech⸗ tes dabei“, ſprach Maria Thereſia immer heftiger, „wenn ich nur wüßte, wem der Wagen gehört.“

„Der Wagen gehört mir, Majeſtät“, entgegnete der Fürſt.

„So? Warum hat Er das nicht früher geſagt, aber dann weiß er wohl auch, wer die Dame iſt?“

„Allerdings, Majeſtät“, entgegnete der Fürſt ruhig, „aber wollen wir nicht fortfahren—“

„Wer iſt alſo die Dame?“

„Ich hätte beinahe vergeſſen, Majeſtät“, fiel Kau⸗ nitz ein,„die bewußte Angelegenheit mit dem römiſchen Stuhle—“

„Schon wieder dieſe Sache, von der ich nichts hören will“, rief die Monarchin ärgerlich.

„Der Papſt erlaubt ſich Eingriffe in unſere Rechte, Majeſtät“, fuhr Kaunitz fort.

„Ich aber ſage Ihm, ich will vom Papſte nichts hören.“

„Dann bin ich zu Ende.“

Die Kaiſerin öffnete das Fenſter wieder und der 1*