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ſelbſt. Ich nehme mir die Freiheit, Ihnen den großen Plan Ludwig's XIV., welcher ſeinem ſtrategiſchen Genie alle Ehre macht und der Ihnen vorläufig unbe⸗ kannt zu ſein ſcheint, auseinanderzuſetzen. Ihr König iſt des Feſtungskampfes in Italien und den Nieder⸗ landen müde, er will einen entſcheidenden Schlag füh⸗ ren. Ein Waffenſtillſtand, dem vielleicht zum Scheine Friedensunterhandlungen folgen, ſoll uns ſo lange un— thätig erhalten, bis Vendome über Tirol und Villeroi von der Moſel her ſich mit Ihnen und dem Kurfürſten vereinigt haben, dann würde man die Unterhandlungen abbrechen, uns mit der Uebermacht erdrücken und das Donauthal hinab gegen Wien operiren. Der Plan iſt wie geſagt vortrefflich, ſchade nur, daß nicht alle Vorausſetzungen eintreffen, daß es Vendome nicht ge⸗ lingen wird, durch die Tiroler Päſſe, welche von dem braven Volke jenes treuen Landes mit Aufopferung und Glück vertheidigt werden, vorzudringen, und daß ich Sie, Herr Marſchall, und den Kurfürſten von Baiern geſchlagen haben werde, ehe Villervi eintrifft.“
„Sie nehmen alſo den von uns angebotenen Waffenſtillſtand nicht an?“
„Timeo Panaos—“ lächelte der Herzog.
„Mein Auftrag iſt noch nicht erſchöpft“, fuhr Tallard in einiger Verlegenheit fort.


