17
er trat verwirrt zwei Schritte zurück und zog ſeinen Federhut tief bis zur Erde herab.„Vergeben Sie die ſeltſame Begrüßung“, bat er mit ſeiner bezaubernden Liebenswürdigkeit,„aber wie konnte ich ahnen—“
„Mindeſtens darf ich Ihnen nicht den Vorwurf der Schmeichelei machen, Herzog, den unſere Cavaliere mehr als einmal von mir bekommen haben“, erwiderte die Gräfin ſchalkhaft,„und da wir Frauen angenehme Wahrheiten immer gerne hören, ſo bedankt ſich die Gräfin Altan für die Huldigung, welche dem Bauernmädchen zu Theil wurde.“
Der Herzog biß ſich beſchämt in die Lippe, er fand keine Worte, zum erſten Male ſeit ihn Mars und Venus mit Lorbeeren krönten, behandelte ihn eine junge Frau mit jener ſpielenden Ueberlegenheit, welche auch den erfahrenſten und kühnſten Mann aus der Faſſung bringt. Er begnügte ſich daher die Abgeſandte Eugen's mit einer artigen Handbewegung einzu⸗ laden in ſein Zelt zu treten und folgte mit Traut⸗ mannsdorf.
„Welchen Weg haben Sie genommen, Gräfin?“ begann er, nachdem dieſelbe auf einem der Feldſeſſel, welche ſeinen mit Karten und Plänen bedeckten Tiſch umſtanden, Platz genommen hatte.
Sacher-Maſoch, Wiener Hofgeſchichten. II. 2


