Teil eines Werkes 
2. Band (1876) Novellen
Entstehung
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die engliſchen und deutſchen Damen in aller Form zu einer Vorſtellung der franzöſiſchen Schauſpieler, welche die Armeen Ludwig's XIV. jederzeit begleiteten, ein⸗ luden und die feindlichen Schönen der Einladung Folge leiſteten.

Wie immer bildete auch heute die ſchöne Ungarin, Gräfin Rabatin, den Mittelpunkt des jovialen Kreiſes und thronte, als gälte es ihre Macht auch äußerlich zu verſinnlichen, hoch über den anderen, welche ſich ein⸗ fach im duftigen Graſe gelagert hatten, auf einem rie⸗ ſigen Feldſtein, über den der Prinz von Rohan zuvor⸗ kommend ſeinen weißen Reitermantel gebreitet hatte. Die Gräfin war in jenem Alter, wo die Frauen am gefährlichſten zu ſein pflegen, gefährlich den jungen Männern durch die üppige Majeſtät ihrer Reize und eine gewiſſe Ueberlegenheit, gefährlich den erfahrenen durch ihren Geiſt und die kokette Kunſt, immer neu

und pikant zu erſcheinen. Ein leichter weißer Schlaf⸗

rock, à la Watteau, mehr beſtimmt ihre herrlichen For⸗ men erſt recht in das Licht zu ſetzen als zu verhüllen, und ein kleiner Strohhut, welcher hoch oben auf ihrem Lockenthurme ſchaukelte, gaben ihr das idylliſche Aus⸗ ſehen einer jener Schäferinnen, wie ſie in den Poeſien und auf den Gemälden jener Tage eine hervorſtechende Rolle ſpielen, aber die großen, ſchwarzen, funkelnden