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gegenſtellt“, flüſterte die Daſchkow eifrig fort,„jeder Tag bringt neue Gefahren, neue Hemmniſſe. Du haſt das Recht, ſie aus dem Wege zu räumen und die Pflicht, denn Deine Bahn geht aufwärts. Du ver⸗ folgſt große menſchliche Ideen, ihnen mußt Du dieſen blöden Knaben opfern. Iwan muß ſterben.“
„Du biſt die einzige Seele, der ich wahrhaft ver⸗ traue, meine einzige Freundin“, begann Katharina II.
„Nein, Du haſt keine Freunde“, fiel die Fürſtin ein,„Du machſt aus Freunden wie aus Feinden Werk⸗ zeuge Deiner Thaten. Du haſt Recht. Auch ich bin nur Dein Werkzeug, aber Du bindeſt mich mit den ſtärkſten Banden echter Sympathie. Ich liebe die Menſchheit, ich liebe mein Vaterland und beiden dienſt Du, indem Du die Zügel führſt.“
„Ich will es“, entgegnete Katharina II.„ob ich es kann, wird die Zukunft, wird die Geſchichte ent⸗ ſcheiden. Siehſt Du, ich denke ſo. Die franzöſiſchen Philoſophen haben die große Wahrheit entdeckt: der Menſch iſt zur Freiheit geboren, frei kann er aber nur durch Bildung werden. Ich beherrſche ein Rieſenreich. Ich will in dieſem Reiche Bildung ſäen, damit auch hier einſt die Saat der Freiheit reift.
Ich weiß daß kein Menſch das Recht hat andere zu knechten, aber meine Natur verlangt nach Herrſchaft,


