Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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„Sollen die Rebellen deshalb ſtraflos ausgehen?“ fragte die Daſchkow.

„Sie müſſen ſterben“, rief die Kaiſerin mit funkeln⸗ den Augen,„man begrabe ſie in den Kaſematten ohne Licht, ohne Speiſe und Trank, dort ſollen ſie verfaulen“.

Während ſie mit heftigen Schritten durch das Ge⸗ mach ging, zeigte die ſchöne Frau ihren Anhängern den üppigen zornig wogenden Buſen ebenſo erbarmungs⸗ los wie ſie das Todesurtheil ihrer Feinde ſprach.

„Zieht die Truppen im Palaſte in den Kaſernen zuſammen und laßt ſie unter Waffen bleiben bis zum Abend. Ich werde zu Pferde ſteigen und mich dem Volke zeigen. Jetzt aber will ich mich ankleiden“, fügte ſie ſchelmiſch lächelnd hinzu.„Au revoir“.

Sie waren allein, Katharina die Große, wie Vol⸗ taire die Czarin getauft hatte, und Katharina die Kleine, wie der Hof ſcherzweiſe die Fürſtin Daſchkow

nannte.

Die Kaiſerin war in der vollen Blüthe ihrer Schönheit, eine mittelgroße Geſtalt von den feinſten Proportionen, etwas zu üppig für den Reifrock, wie modellirt für das Piedeſtal einer antiken Göttin. Die Ungebundenheit ihres Spitzennegligés zeigte bald die kleinſten Füße, die niedlichſten Hände, bald den präch⸗ tigen Buſen.