15
fühl der Maſſen nicht weniger, als die Soldaten ſich mit Schmerz von den ruſſiſchen Uniformen trennten und die von Peter III. ihnen octrohrten preußiſchen anlegten.
Die Kaiſerin Katharina war dagegen ſo klug, ſtets in ruſſiſcher Tracht zu erſcheinen und die ſtrengen Faſten ſo wie alle anderen Gebräuche der ruſſiſchen Kirche mit Oſtentation zu beobachten.
So gewann ſie immer mehr Boden, während Pe⸗ ter III. bei ſeinem Volke und ſeiner Armee von Tag zu Tage unbeliebter und endlich ſogar förmlich ver⸗ haßt wurde
Wenn der Senat trotzdem bei ihm um die Er⸗ laubniß nachſuchte, ihm eine goldene Bildſäule ſetzen zu dürfen, ſo klang dies beinahe wie Ironie und einen noch traurigeren Eindruck machte die Antwort, welche Peter III. demſelben gab:„der Senat könne dem Golde eine beſſere Beſtimmung geben, da er hoffe, ſich ein bleibenderes Denkmal in den Herzen ſeiner Unter⸗ thanen zu ſetzen.“
ℳ **
Monate waren ſeit der Thronbeſteigung Peter III. vergangen, während er ſich durch ſeine Verachtung der ruſſiſchen Kirche und Sitten, die Einführung der preu⸗ ßiſchen Uniform und Zucht in der Armee die Herzen


