Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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blieben war, der Kammerdiener der Großfürſtin, Schkurin.

Wer die Kaiſerin? fragte Katharina.

Ja, ſie iſt ſo eben ſelig im Herrn entſchlafen. Der Großfürſt Peter iſt im Winterpalaſte, Alles eilt, ihm zu huldigen.

Katharina ſchien einen Augenblick nachzuſinnen, dann ſagte ſie:Ich will zu ihm, kleide mich raſch an, Katharina Jwanowna, und zwar ruſſiſch ver⸗ ſtehſt Du, ſo ruſſiſch als nur möglich.

*

In einem kleinen, mit gelbem Damaſt tapezirten Saale des Winterpalaſtes ſtand der neue Kaiſer von Rußland, Peter III., den Rücken an den maſſiven, reich verzierten Ofen gelehnt und wärmte ſich. Er trug die Uniform ſeiner holſteiniſchen Garde nach preußiſchem Schnitt, deren echt militäriſches Anſehen mit ſeiner ſchwächlichen, krankhaft erregten Erſcheinung ſonderbar kontraſtirte, er hatte das Haar in zwei großen Locken an den Schläfen, ſtark gepudert und den preußiſchen Zopf; während er aus einer kleinen Thonpfeife unab⸗ läßig dampfte, ſtützte ſich ſeine Rechte auf einen Rohr⸗ ſtock. Um ihn ſtanden ſeine Adjutanten und einige Kammerherren und Hofbediente, denen er Befehle er⸗ theilte.