244
genommen und als ſie zuletzt den Oberſten, gleich einem naſſen Pudel, entließ, ſagte ſie— nicht mehr mit jenem grauſamen Spott, der ihn ſo vernichtet hatte, ſondern mit liebenswürdiger Schalkhaftigkeit:„Lieben Sie mich noch?“
„Ich bete Sie an,“ erwiderte Maxim, ſich vor ihr niederwerfend,„und werde Sie anbeten bis zum letzten Athemzuge.“
Das gefiel der Kaiſerin und ſie reichte ihm beim Abſchied gnädig die Hand zum Kuſſe.
Am nächſten Tage hieß es, Oberſt Uruſſow ſei in Ungnade gefallen und habe ſeinen Abſchied bekommen. Angela folgte ihm nach wenigen Tagen, um mit der Bewilligung der Czarin ſeine Frau zu werden. Ehe noch ein Jahr vergangen war, waren die jungen Ehe⸗ eute mit einem ſchönen kräftigen Knaben beſchenkt und Potemkin, der Taurier, war ſein Pathe.
Druck von Richard Schmidt in Reudnitz⸗Leipzig.


