Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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das nie dageweſene Schauſpiel mit anſehen wollten. Die Czarin beſuchte den Bazar, in dem von Potemkin aus Moskau und Warſchau herbeigeſchafte Waaren aller Art aufgeſtapelt lagen, und den Hafen, überall empfing ſie den Eindruck, daß ſie ſich in einer großen und reichen Handelsſtadt befinde. Kaum war die eitle machtſtolze Frau in dem Pa⸗ laſte Potemkin's, in dem ſie wohnen ſollte, angekommen und hatte ſich der Prachtgewänder, welche ſie beim Ein⸗ zuge trug, entledigt, um ſich in einem behaglichen tür⸗ kiſchen Schlafrock auf einer Polſterottomane auszu⸗ ſtrecken, trat ihr Günſtling Mamanoff unangemeldet herein und erhob von Neuem die heftigſten Anklagen gegen Potemkin. Er behauptete, der Generalgouverneur von Taurien habe die Monarchin nur hierher gelockt, um ſie zur Ehe zu zwingen, ſchon ſei Cherſon und die Umgegend nur ein großes Heerlager der ihm blind er⸗ gebenen Truppen, neue Corps ſeien von allen Seiten im Anzug, der entſcheidende Schlag in wenig Stunden zu gewärtigen. Katharina II. verlor keinen Augenblick ihre Ruhe, ja Gleichgiltigkeit. „Begib Dich auf der Stelle zu Potemkin“, ſprach ſie endlich,„und ſage ihm, daß ich ihm befehle, ſich ſo⸗ fort bei mir einzufinden.“