Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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ſchlafen ſchien, nur da und dort ein Fenſter erleuchtet war, wohl einmal einen Schatten vorüber ſchweben, den er für Natalie hielt, aber ſie ſelbſt ſchien verſchwun⸗ den. Endlich gefiel ihm die Rolle des ſeufzenden Schäfers nicht mehr und er begann auf einem halbwilden Roſſe aus der Ukraine die menſchenleere, baumloſe Steppe um Cherſon zu durchſtreifen, nur von ein paar ſchlan⸗ ken engliſchen Windhunden von gelber Farbe begleitet.

Eines Abends, als er wieder in dieſer Weiſe durch das hohe Gras ſtrich, das ihm um die Knie ſpielte, und den Trappen zuſah, welche von Zeit zu Zeit aus dem grünen Ocean, der ihn umgab, emporſtie⸗ gen und ſich gleich Silhouetten auf dem blaßrothen Him⸗ mel abzeichneten, hörte er auf einmal in weiter Ferne eine wohlbekannte liebe Stimme. Er wendete ſich raſch im Sattel, kein Zweifel, es war das Fräulein von Engelhardt, das in einem grünſammtnen Reitkleide, ein Hütchen mit weißen Straußenfedern auf dem wohlge⸗ puderten Toupet, ſich anmuthig im Sattel ſchaukelnd auf milchweißem Pferde daher kam.

Was machen Sie denn hier? rief ſie ihm jetzt zu,wiſſen Sie nicht, daß hier mein Reich iſt? und ihr Pferd parirend ergriff ſie das ſeine bei den Zügeln. Ich mache Sie zu meinem Gefangenen, mein Herr, ſchloß ſie mit allem Ernſte, der ihr zu Gebote ſtand.