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„Ich hoffe, mein lieber, gelehrter Bateux“, begann die Kaiſerin, nachdem man Platz genommen hatte, „Sie kombiniren uns mit Hülfe Ihrer tiefen Studien ein recht brillantes Koſtüm, beſonders ich als Göttin der Schönheit und Liebe muß ſchon in meiner Toilette vor den beiden anderen Damen ausgezeichnet werden. Wie iſt alſo Ihre Anſicht darüber, wie pflegte Venus zu erſcheinen, wenn ſie ſo zu ſagen in pleiné parure war?“ „Ich bedaure, Majeſtät,“ erwiderte der alte, ſchlaue Philologe boshaft lächelnd,„Ihnen keine beſſere Aus⸗ kunft geben zu können, aber gerade die Toilette der Liebesgöttin war ſehr einfach.“
„Sehr einfach?“ entgegnete die Kaiſerin,„ach! was Sie da ſagen! Wie alſo?“
„Es war die einfachſte Tvilette, welche überhaupt denkbar iſt,“ fuhr Bateux fort,„wie ſich Eure Majeſtät ſelbſt ſofort auf dieſer antiken Vaſe überzeugen können, ſie beſtand nämlich— aber ich wage es kaum auszuſprechen.⸗
„Aber wir haben ja keine Zeit zu verlieren!“ rief Katharina II. lebhaft.„Aus was beſtand alſo dieſe ein⸗ fache Toilette?“
„Sie beſtand nur aus einem Gürtel,“ erwiderte der Philologe.
Anfangs blieben die Damen ſprachlos. 12*


