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brachten auf ihren Wink zwei Pagen die Vaſe mit dem Urtheile des Paris und ſtellten ſie in der Mitte des Saales auf einer Marmorkonſole auf. Die Czarin for⸗ derte hierauf den gelehrten Philologen Bateux auf, der Verſammlung das Bild zu erklären, und er unterwarf ſich dieſer Aufgabe mit eben ſo viel Geſchick als Geſchmack. Alles drängte ſich hierauf zu dem Kunſtwerke, um die Szene ſelbſt zu bewundern. Die Meiſten hatten bisher weder von Paris, noch von ſeinem Urtheilsſpruche auf dem Berge Ida etwas gehört und ſahen auch zum er⸗ ſten Male ein antikes Bildwerk.
Als die Neugierde und Schauluſt der großen Kin⸗ der und franzöſiſch plaudernden Wilden, denn dieß waren die Ruſſen zur Zeit der großen Katharina, be⸗ friedigt waren, theilte Graf Orloff der Verſammlung mit, daß ein Pvet, welcher ungenannt bleiben wolle, die auf der Vaſe vorgeſtellte Geſchichte in einem Stücke be⸗ handelt habe, welches auf dem kaiſerlichen Theater in Zarskoje Selo zur Aufführung kommen werde. Orloff hatte aber bei Zeiten dafür geſorgt, daß die kaiſerliche Verfaſſerin der kleinen Komödie Jedermann bekannt war, und ſo fand ſich Katharina M. in der That nicht wenig ge⸗ ſchmeichelt, als ſich nach der Vorleſung des Stückchens durch die Fürſtin Daſchkoff, welche dieß vortrefflich ver⸗ ſtand, ein wahrer Beifallsſturm erhob.


