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„Wir thun, als ob wir es nicht ſehen würden“, flüſterte Katharina II., mit dem Fächer ſpielend.
Jetzt war es gelungen.
Diderot athmete auf.
Auf dem Hofballe, welcher ein wahrhaft märchen⸗ haftes Bild von dem Luxus jener Zeit bot, erſchien Diderot, einer der Erſten. Die Ungeduld malte ſich deutlich genug auf ſeinem Antlitz.
Die Fürſtin ließ ſehr lange auf ſich warten.
Jetzt trat ſie in den Saal.
Diderot klopfte das Herz.
Er ſuchte die Kokarde zu entdecken, aber vergebens — er fand weder die rothe noch die weiße. Hatte die Fürſtin ſeinen Brief nicht erhalten? War er in fremde Hände gefallen?
In dieſem Augenblick erſchien die Kaiſerin, ſtrah⸗ lend vor Schönheit, in einer vollkommen weißen Toi⸗
lette, einer weißen Atlasrobe mit langer Schleppe und
mit Volants von weißen Spitzen, einen weißen Fächer in der Hand, Diamanten um den vollen weichen Hals, das Haar in Locken, gepudert, ſchneeweiß, nein, nicht ganz. Was war das? Diderot erſchrak bis in die Tiefe ſeiner Seele.
In dem ſchneeweißen Haare der Kaiſerin, der großen genialen Frau, der ſchönen Herrin von fünfzig


