Affe. Er ſchrieb eine neue Epiſtel: „Meine Göttin!
Zürnen Sie? Was bedeutet Ihr Schweigen? Wenn
Sie mich tödten wollen, ſo tödten Sie mich raſch und wollen Sie ſich nicht einmal die Mühe geben, mein Todesurtheil zu unterſchreiben, ſo geben Sie mir gnä⸗ digſt ein Zeichen, ob ich hoffen darf, ob nicht.
Morgen Abend auf dem Hofballe. Eine rothe Kokarde im Haar bedeutet„Ja“ eine weiße„Nein“.
Ihr elender Knecht Diderot.“
Er gab dem Billet die Aufſchrift:„An Katharina“ und ſteckte es in ſeine Manſchette mit der Abſicht, es noch denſelben Abend der Fürſtin perſönlich zu über⸗ geben, denn er zweifelte bereits daran, daß ſie das erſte Briefchen erhalten habe.
Der Abend kam. Der Cirkel bei der Kaiſerin war auffallend klein und dies erſchwerte Diderot's Manö⸗ ver nicht wenig. Dennoch gelang es ihm, einen Augen⸗ blick einen Fauteuil neben der Daſchkoff zu gewinnen. „Gnade, Fürſtin“, murmelte er.
„Für wen?“ fragte ſie.
wiſſend ein Majeſtätsverbrechen begangen habe. Jetzt hatte er es heraus, es war der Affe, der verdammte


