ſeine Geſtalt die aller anderen Petersburger Gelehrten
überragte. In allem Uebrigen, was einen wiſſenſchaft⸗ lichen Kopf ausmacht war Lagetſchnikoff ſehr klein. Wie kam es, daß er dennoch als ein Stern erſter Größe an dem Petersburger Himmel leuchten konnte?
Lagetſchnikoff war eben Gelehrter geworden, wie man damals in Rußland Miniſter oder General wurde, durch die Gunſt der Kaiſerin. Er war in Moskau geboren, der Sohn eines wohlhabenden Kleinbürgers und hatte nicht mehr und nicht weniger Bildung ge⸗ noſſen als jene Männer, welche zu jener Zeit den ruſſiſchen Staat lenkten, ſeine Schlachten gewannen und aus denen die feine Geſellſchaft Petersburgs be⸗ ſtand. Bis zu ſeinem zwanzigſten Jahre half er dem Vater in ſeinen Geſchäften und Arbeiten und beſchäf⸗ tigte ſich nebenbei mit dem Ausſtopfen von Thieren und dieſes betrieb er mit einem gewiſſen Geiſt und Humor und vor Allem mit jener Originalität, welche überall ſo entſcheidend iſt. Er begnügte ſich nicht da⸗ mit, ſeinen Bälgen den Schein des Lebens wiederzu⸗ geben, er verſtand es mit jener dem ruſſiſchen Volks⸗ charakter eigenthümlichen Schalkhaftigkeit den Charakter, die Lebensweiſe jedes Thieres anzudeuten und ver⸗
einigte wohl auch häufig mehrere derſelben zu komiſchen
oder ſathriſchen Gruppen, welche er hinter den Fenſtern


