Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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Rapieren und Piſtolen, welche damals ausſchließlich die Wände junger Cavaliere zierten, ſah man hier eng⸗ liſche Holzſchnitte in ſchwarzen Holzrahmen, allerlei Liebesſcenen aus Shakeſpare darſtellend, Romeo und Julia, Hamlet und Ophelia, Othello und Desdemona, Petruchio und das böſe Käthchen. Die Mitte der Stube nahm ein kleines Clavier ein, deſſen Taſten im Geſchmacke der Zeit mit Perlmutter ausgelegt waren, die Fenſter waren mit Blumenſtöcken gefüllt und ſtatt eines Jagdhundes oder einer Dogge, ſpazierte ein zärt⸗ liches Pärchen rothfüßiger gurrender Turteltauben auf der Diele auf und ab.

Es war früh am Morgen; Moens ſaß in einem leichten, ſeidenen Schlafrock, das lange Haar in wir⸗ ren Locken bis über die Schultern hinab, in einem altväteriſchen Lehnſtuhl und ſpielte die Laute, welche für ihn zu ſprechen ſchien, denn die Melodien, welche er ihr entlockte, ſtimmten vollkommen zu dem halb ver⸗ lorenen, ſchwermüthigen Ausdruck ſeines bleichen Geſichts.

Plötzich wurde die Thüre lebhaft geöffnet und mit leichtem, elaſtiſchem Schritt, friſch und munter, im koketten Morgennegligee, trat Frau Ball herein. Sie betrachtete ihren Bruder, der kaum den Kopf zu ihr gewendet hatte, mit ſpöttiſchen Erſtaunen, trat endlich