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Salizische Geschichten : Novellen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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mich überrieſelte, einem elektriſchen Strome vergleichbar. Von neuem ergriff ſie eine götliche Wildheit, ſie wen⸗ dete mich raſch herüber, kniete auf meiner Bruſt und feſſelte mir die Hände mit ihren goldenen Flechten.

Nun gehörſt Du mir und Niemand rettet Dich vor meiner Liebe, hauchte ſie mit ſtockendem Athem, ein wildes Licht loderte in ihren Augen auf, ihre Lippen ergriffen die meinen wie glühende Zangen, Kuß um Kuß und Wonne um Wonne, bis der erſte helle goldige Strahl des Morgens vor unſere Füße fiel.

Nun will ich ruhen, ſagte ſie,geh' und laß' Dich nicht blicken vor dem Abend.

Ich verließ das Gemach. Mein Pferd fand ich im Hofe, das Thor ſtand offen, der Alte war nicht zu ſehen. Ich ſchwang mich in den Sattel und ſprengte davon. Aber ich kam wieder, als die Nacht herabſank, und Nacht für Nacht.

O! dieſes Weib iſt wie ein Irrgarten, wer in denſelben hineingerathet, iſt verzaubert, verloren, ver⸗ maledeit!

Einige Tage nach dieſer ſeltſamen Erzählung war Manwed verſchwunden. Niemand wußte mit Beſtimmt⸗ heit zu ſagen, was aus ihm geworden war.