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Salizische Geschichten : Novellen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Z

mehr färbte, und endlich einen glühenden Kreis zeigte, aus dem die Sonne triumphirend hervortrat. Die grauen Wogen ballten ſich zu Wolken zuſammen und wälzten ſich über den Wald hinüber. Ein roſenfarbe⸗ ner Hauch ſchwebte um ſie, Bäume und Sträuche wa⸗ ren mit einem Male mit Lichtperlen behängt und der Schnee hatte den weißen Glanz des Atlas. Die Berge

zeigten zwiſchen dunklem Holz Stellen ſo grell und ſo

weiß wie Kreide, und jedes überragende Felſenhaupt war vomeiner leuchtenden Gloriole umſtrahlt, der Him⸗ mel trug eine blaßgrüne Farbe, die ſich nach und nach in das Blaue verlor, bis der reinſte Azur mich überſpannte und nur kleine weiße Wolken, wie wan dernde Schwäne, durch denſelben zogen.

Und da lag auch der graue zerbröckelte Felſen, mit dem düſteren Schloſſe vor mir.

Ich ritt um denſelben herum und fand einen ſanften Abhang, über den ſich ein verwilderter Park er⸗ ſtreckte, doch war auch hier keine Straße, nicht einmal ein Fußpfad zu entdecken. Mein Thier mußte ſich ſchnaubend ſelbſt den Weg bahnen. So kam ich end⸗ lich zu einem großen Thore mit verroſtetem Beſchlage und ſah mich vergebens nach einem Glockenzuge oder einem Thürklopfer um. Zu beiden Seiten ragte die hohe, graue Mauer, auf deren breiter Zinne im Laufe