Teil eines Werkes 
2. Theil (1848)
Entstehung
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gruͤnen, im leichten Abendwinde wallenden Saatfeldern hinfuͤhrten, bedeckten ſich mit verſchiedenen Gruppen flei⸗ ßiger Landleute, welche, ermuͤdet von des Tages Laſt und Hitze, mit raſchen Schritten und muntern Sanges nach ihren niedern Huͤtten heimkehrten. Von den Ab⸗ haͤngen und Waldraͤndern her hallten die Schalmeien der Hirten, welche mit melancholiſchen, langgezogenen Toͤnen ihre zerſtreuten Heerden zuſammenriefen und ſie den hei⸗ mathlichen Staͤllen zutrieben.

Um die crenelirten Zinnen des Schloßthurms lief eine breite, mit einem Gellaͤnder verſehene Gallerie, zu wel⸗ cher von dem Bibliothekzimmer aus eine ſchmale aber durch einige Fenſter erhellte Wendeltreppe fuͤhrte. Von hier aus genießt man den umfaſſendſten Ueberblick uͤber die ganze Gegend und obwol der Wind hier oben das alte Gebaͤude gar wild und unmuthig umbrauſte, war das Platzchen dennoch in fruͤhern guten Tagen ein Lieblingsaufenthalt des Grafen Georg von Rußberg geweſen, der hier an der Seite ſeines Toͤchterchens an ſtillen ſonnigen Abenden oft ſtundenlang verweilte und mit gemiſchten Gedanken und Gefuͤhlen hinabſchaute in das gruͤne Panorama, von dem er leider nur ein kleines, beſchraͤnktes Stuͤckchen ſein eigen nennen durfte. Seit jener Ruͤckkehr von dem Be⸗ graͤbniſſe ſeines Bruders aber war er nur noch ſelten und zuletzt gar nicht mehr hinaufgeſtiegen, denn der Anblick gewaͤhrte ihm nun keine Freude mehr, obwol er durch die bedeutende Erbſchaft in den Stand geſetzt worden war, das Gebiet des Schloßbezirks durch Ankauf angraͤnzender

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