Teil eines Werkes 
2. Theil (1848)
Entstehung
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ſeine Lippen blau, und in den Augen gluͤhte jenes duͤſtre unſtaͤte Feuer, welches nicht ſelten das Herannahen des Wahnwitzes verkuͤndet. Jetzt druͤckte er los und ohne einen Laut von ſich zu geben, ſtuͤrzte Florian, nachdem er ſich wirbelnd ein paar mal um ſich ſelbſt gedreht, durch's Herz geſchoſſen, zu Boden.

„Ha, Mord! Mord!“ ſchrieen die Jaͤger, als ſie ihren Anfuͤhrer fallen ſahen und ſtuͤrzten vor, den Wild⸗ ſchuͤtzen zu fangen. Der aber hatte im Nu den Leich⸗ nam ſeines Vaters emporgerafft, die Buͤche fortgeſchleu⸗ dert und mit ein paar maͤchtigen Saͤtzen den Wieſenplan zwiſchen der Linde und dem Gottesacker durchmeſſend, ſich uͤber die niedere Mauer deſſelben geſchwungen, ſo leicht und behend, als werde er nicht durch die geringſte Laſt gehindert. Wie ein gejagter Hirſch floh er uͤber die Graͤber hinweg. Der Sakriſtan hatte das an der entgegengeſetzten Seite der Mauer gelegene Pfoͤrtchen offen gelaſſen; ein ziemlich breiter und tiefer Graben wand ſich hier langſam und in Kruͤmmungen durch eine ſumpfige Niederung, welche in der Entfernung von etwa zweihundert Schritten der Saum eines dichten Foͤhren⸗ waldes begrenzte. Konnte er dieſen erreichen, ſo durfte er auf Rettung hoffen. Aber ſchon hoͤrte er hinter ſich das wilde Halloh der Jaͤger, die in demſelben Augen⸗ blicke uͤber die Mauer kletterten, als er durch das Pfoͤrt⸗ chen des Friedhofes fluͤchtete und dieſes hinter ſich in's Schloß warf.„Gott helfe mir!“ keuchte Mathias und holte aus zum gewaltigen Sprunge, der ihn gluͤcklich

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