Sechzehntes Kapitel.
Ed. Weß' Seele nimmt da ihren ſchweren Abſchied? Koͤnig Heinrich VI.
In den Ruinen des Jagdſchloſſes herrſchte eine tiefe friedliche Stille. Im leiſen Windeshauche nickten die duͤnnen Halme von den zerbroͤckelten Mauerzinnen nieder und der Sonnenſchein gaukelte hell und goldig durch die eingeſtuͤrzten Boͤgen der hohen Fenſter und Thuͤren. Auch in dem Walde ringsum und dem wei⸗ ten Thale war es ſo ſchweigſam, als feiere Wald und Gebirg in ſtiller Andacht ein heiliges Feſt; kaum daß der muntere Geſang eines Finken oder das geſchwätzige Plaudern eines Kraͤhenſchwarmes bisweilen den Charak⸗ ter tiefer Ruhe, welche die ganze Gegend ausprägte, minutenlang unterbrachen. Im Hofraume des Jagdhau⸗ ſes ſchliefen ein paar Hunde lang hingeſtreckt in der Sonne und ſchienen ſich etwas darauf zu Gute zu thun, die einzigen Bewohner und unumſchraͤnkten Herren des öden weitlaͤufigen Gebaͤudes zu ſein.
In einem Jener unterirdiſchen Gemächer jedoch, in welche wir den freundlichen Leſer ſchon im fruͤheren Verlaufe der Erzählung einfuͤhrten, endete ernſt und duͤſter ein langes Trauerſpiel— das Trauerſpiel eines
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