Als Binzgo, der Graf und das Schloßgeſinde das Hofthor geoͤffnet und nach der Stelle geeilt waren, wo ſie den kuͤhnen Springer mit zerbrochenen Gliedmaſſen zu fangen hofften, fanden ſie ſtatt deſſen den Foͤrſter Florian, der ſich rinnend in ſeinem Blute waͤlzte. Eine Kugel hatte ihm die linke Schulter zerſchmettert!
Als der Graf nicht mehr zweifeln konnte, daß ſeine beiden Todfeinde mit ihrem Raube entflohen waren, ſtand er erſtarrt und keines Wortes maͤchtig, und die hoͤchſte Seelenangſt malte ſich in ſeinen Zuͤgen.„Nun denn, ſo bin ich verloren!“ murmelte er nach einer langen Pauſe vor ſich hin—„morgen, morgen ſchon ein Bettler— ein Beſchimpfter!“
Auf den Kaſtellan geſtuͤtzt, ſchwankte er halb ohn⸗ maͤchtig in den Schloßhof zuruͤck. Da trat ihm der Lieutnant von Moͤlnitz entgegen, bleich und noch blutend, ein zerknittertes Papier in der Hand.
„Da hat der Raͤuber im Handgemenge etwas ver⸗
oren!“ ſagte er, ſeinen Fund dem Grafen uͤberreichend
— wahrſcheinlich iſt es ein Steckbrief oder—“ „Allmaͤchtiger Gott— ich danke dir!“ nnterbrach ihn mit zitternder Stimme der Greis, nachdem er einen fluͤchtigen Blick in das Papier geworfen hatte—„Herr von Moͤllnitz, Sie ſind mein und meines Kindes gu⸗
ter Engel— Sie haben mich von dem Wahnſinne
gerettet!“ Damit barg er das vergelbte Blatt haſtig in


