Teil eines Werkes 
1. Theil (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

27

gewendet und die ſtieren Augen nach der Decke gerichtet. Mit einem dumpfen Schrei verhuͤllte der Graf ſein Antlitz, als er, Lydia am Arme, uͤber ſie hinwegſchritt. Der Jaͤger bemerkte kopfſchuͤttelnd ſeine Erſchutterung. Hm, was das vornehme Volk fur ſchwache Nerven hat, murmelte er vor ſich hin, und folgte, die Lampe ergrei⸗ fend, den Beiden nach dem Vorſaal;ich glaube, der hat Gewiſſensbiſſe, weil er ſich ſeiner Haut wehrte. Noch einmal kehrte er um und leuchtete dem Todten for⸗ ſchend in's Geſicht.Den langen Goliath kenne ich nicht, ſagte er zu ſich ſelbſtaber der da, alle Wetter! das iſt richtig der Wirth, der dicke Hackelberger. Na, wenig⸗ ſtens hat er nicht die Schande, am Galgen zu baumeln, und das iſt was werth!

Damit verließ er das Zimmer und leuchtete dem Grafen und deſſen Tochter die Treppe hinunter. Als ſie in das kleine Gemach eintraten, welches an die große Schenkſtube ſtieß, erſchreckte ſie ein leiſes, ſchmerzliches Stoͤhnen. Lydia klammerte ſich feſt an den Vater und trat furchtſam zuruͤck, waͤhrend der Jaͤger das Licht dem Fußboden naͤherte und ſogleich in einer Ecke eine zuſam⸗ mengekruͤmmte, an Haͤnden und Fuͤßen gebundene menſch⸗ liche Geſtalt entdeckte.Ei, wen haben wir denn da? rief er verwundert aus und beugte ſich auf den Gefeſſel⸗ ten nieder.Gewiß einer von Ihrer Dienerſchaft, dem die Schufte arg mitgeſpielt haben. Jeſus! wie iſt der Menſch geknebelt! in fuͤnf Minuten haͤtte er ſicher er⸗