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erſt alle andern Gedanken zuruͤckdraͤngte, knieete er dann neben Lydia auf den Boden, rieb ihren Puls und netzte ihre Schlaͤfe mit einer ſtaͤrkenden Eſſenz, welche er immer bei ſich zu fuͤhren pflegte. Endlich kehrte das ſtockende Leben zuruͤck; mit einem tiefen Seufzer ſchlug ſie die Augen auf und laͤchelte mild und ſelig, als ſie ſich in den Armen ihres Vaters ſah.
„Wir ſind gerettet, Lydia,“ ſagte dieſer und druckte einen zaͤrtlichen Kuß auf des Maͤdchens Stirn—„ge⸗ rettet aus der hoͤchſten Noth, und wie mir deucht, durch ein Wunder!“
„Daß ich nicht wuͤßte,“ ſagte der Fremde kalt.— „Ich ging juſt vorbei, als ich hier oben ein graͤuliches Poltern und Donnern hoͤrte; dachte mir gleich, daß eine Schurkerei im Werke ſei und als ich die Kerle, welche den Wagen ausräumten, hinaufgehen ſah, holte ich mir eine Leiter und kam gerade zur rechten Zeit, der Bande den Spaß ein wenig zu verſalzen.“
Lybia und der Graf betrachteten jetzt ihren Retter, der ſich ſo gleichgiltig mit ſeinem Gewehre beſchaͤftigte, als ſei durchaus nichts Außerordentliches vorgegangen. Es war ein junger ſchlanker Burſche von beilaͤufig acht⸗ zehn Jahren; ſein Gliederbau zeigte das ſchaͤrfſte Eben⸗ maaß und war ſo kraͤftig, daß er ſchon jetzt, bei noch nicht vollendeter Entwickelung, eine ungewoͤhnliche Koͤr⸗ perſtaͤrke vorausſetzte. Da er ſeinen runden, mit einem gruͤnen Zweige dekorirten Hut abgenommen hatte, konnte man ſein kaſtanienbraunes, kraus gelocktes Haar, ſeine


