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Sechszehntes Kapitel.
In den Straßen von Worms ward es indeſſen leb⸗ hafter, als es ſeit dem großen Reichstage vor vier Jah⸗ ren geweſen war. Das Gericht uͤber die Aufruͤhrer und ihre Beſtrafung zog viele herbei, die theils dabei eine Stimme hatten⸗ theils ſich an dem Schauſpiele öffentlicher Hinrichtungen weiden wollten. Bald ritten Edele mit einem zahlreichen Gefolge ein, bald Buͤr⸗ ger oder Bauern aus der umliegenden Gegend. Auch Verwandte, Eltern und Freunde der Gefangenen ſah man traurig zum Thore hereinwandern, um fuͤr ſie um Gnade zu bitten, oder ſie zum letztenmal zu ſehen⸗ und ſie in ihrer betruͤbten Lage zu troſten. Die Haͤu⸗ ſer der Stadt faßten nicht die zahlreichen Gaͤſte, und viele mußten ſich in ſchnell errichteten gelten behelfen. Ein Aufzug erregte aber beſonders die Aufmerkſamkeit der Buͤrger von Worms, deren Schauluſt an dieſem Tage in große Thaͤtigkeit geſetzt ward. Eine junge verſchleierte Dame ritt auf einem gewoͤhnlichen Pferde zu dem Thore herein. Dem Anſtand nach, mit dem ſie ihr Roß lenkte ſchien ſie vornehmen Standes zu ſeyn, obgleich ihre Begleitung nicht von der Art war, wie er einem hohen Range zukam. Denn an der einen Seite ritt ein junger Burſche in Bauerntracht auf einem unbeholfenen ſchweren Gaule, welcher wohl zum erſtenmal einen Sattel auf ſeinem Ruͤcken trug, und an der andern Seite hatte ein bejahrter Moͤnch Muͤhe,


