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vergnuͤgten Dorfbewohner. Dieſe Gelegenheit war naͤher als ſie erwartet hatten. Einer von jenen Fana⸗ tikern, die, von dem Evungelium begeiſtert, die mißver⸗ ſtandenen Lehren dem Volke vortrugen, Namens Mi⸗ chael Winzer, hatte einen ſtarken Haufen um ſich ver⸗ ſammelt, und war im Anzuge auf Rußbach. Die Be⸗ wohner deſſelben ſaßen am folgenden Tag um die Mit⸗ tagszeit bei ihren kaͤrglichen Schuͤſſeln, als der Schall der Glocke nicht friedlich, wie er zur Kirche ladet, ſon⸗ dern in wilden abgebrochenen Toͤnen an ihr Ohr ſchlug, und zugleich der Einzug Michael Winzers mit ſeiner ungeordneten Bande die Erfuͤllung des Wunſches ver⸗ kuͤndete, mit dem ſie ſich am geſtrigen Abend getrennt hatten. Alle ſiuͤrzen heraus, große kraͤftige Geſtalten; ſelbſt die Weiber, die Kinder folgen, und der Ausruf: „Freiheit! Rache!“ miſcht ſich mit den dumpfen Tönen der Sturmglocke. Sie draͤngen ſich tumultuariſch nach dem Dorfplatze, wo Michaels Horde Halt gemacht. Alle Blicke wandten ſich auf dieſen„gotterleuchteten Mann,“ der jetzt, auf einem herbeigeſchafften Tiſche ſtehend, mit Gebaͤrden Stille verlangte⸗
Winzer war Moͤnch geweſen, und hatte in ſeinem Kloſter mit Leſung der heiligen Schrift den finſtern Hang ſeines Gemuͤthes zur Schwaͤrmerei genaͤhrt. Un⸗ willig uͤber die Verdorbenheit der Geiſtlichkeit, und das
unwuͤrdige Leben der Moͤnche, die ſich von der Welt
nur zuruͤckgezogen zu haben ſchienen, um ſich ohne Muͤhe und Arbeit Genuͤſſe zu verſchaffen, die ihnen ihr Stand und ihr Geluͤbde verbot, entſprang er, als die


