laſſen, die ihm ſelbſt an den lachenden Geſtaden Neapel's als das traulichſte Plätzchen auf Gottes Erdboden erſchien.
In ungeſtörter Eintracht und der innigſten Herzlichkeit leben ſämmtliche Bewohner der kleinen Hallig miteinander. Das Meer hat ſie ſeitdem, wenn auch zuweilen Sturmfluthen daher wogten, mit keiner ernſtlichen Gefahr bedroht. Und käme einmal eine ſolche, ſo wären ſie gefaßt, derſelben zu begegnen, oder ſtill in den brandenden Wellen unterzugehen, welche ſo lange Jahre ihr Glück ſahen und ihnen im Sturm und Meeresbraus nichts anhaben konnten. Des Herrn Hand hält und ſchützt ſeine Geſchöpfe überall, wenn es ſein Wille iſt, und will er ſie plötzlich aus dieſem Leben abrufen, ſo mangelt es ihm dazu auf dem anſcheinend minder gefähr⸗ lichen Feſtlande ja auch nicht an Boten— obgleich die ſchäumende See fehlt. Das Daſein des Bergmanns z. B. iſt auch ebenſo von Gefahr umdroht, wie das des Hallig⸗ bewohners, dennoch lebt er dabei ganz ruhig. Die Gewohn⸗ heit thut ſtets das ihrige und ſtumpft gegen die Furcht ab.
Der junge Paſtor kommt oft herüber und im Kreiſe der Seinen vermißt er nicht die Genüſſe des Reichthums und der Bildung. Er kennt und ſchätzt die Schönheit anderer Gegenden, wie die Vorzüge eines weniger abgeſchiedenen und mühſeligen, der geiſtigen Regſamkeit zugänglichern Le⸗ bens— allein er iſt in ſeiner Beſchränkung zufrieden und von ſeinen Pfarrkindern herzlich geliebt, weil er warmen Antheil an ihrem Ergehen nimmt und ihre Denk⸗ und Ge⸗ fühlsweiſe verſteht. Er ſehnt ſich nicht mehr wie als Knabe fort unter die rauſchenden Haine des Binnenlandes, weiß er doch, daß er ſich nirgend ſo heimiſch fühlen kann, wie auf


