103 Auch auf der Univerſität war er ein Muſter des Fleißes und guten Betragens.
Seine größte Freude waren die Beſuche zu Hauſe, welche er in den Ferien machte. Die Koſten ſeines Unterhalts wurden theils von ſeinen Eltern und Freunden, theils von dem Handelsherrn beſtritten; bei ſeinen wenigen Bedürf⸗ niſſen waren ſie auch geringer, als es ſonſt gewöhnlich der Fall ift.
Um die Predigerſtellen auf den Halligen findet ſelten viel Bewerbung ſtatt, da dieſelben dürftig und von Gefahr umgeben ſind; ſo erhielt denn Detlev ſchon in ſeinem fünf⸗ undzwanzigſten Jahre das Paſtorat der Gemeinde, welcher die Seinen angehörten, da der bisherige Geiſtliche gerade verſetzt wurde.
Seine Geſchwiſter waren indeß erwachſen und die Mut⸗ ter ergraut, wie der Vater. Mit welcher unbeſchreiblichen Freude empfingen ſie ihren Sohn als Seelſorger! Sie verjüngten ſich ordentlich in dieſem Glück.
Maatje iſt indeß längſt nach einer nahen Hallig verhei⸗ rathet, ihre Großmutter hochbetagt und, von den Ihrigen innig betrauert, ſanft entſchlafen. Henneke, ein Greis, ſitzt bei gutem Wetter gewöhnlich mit ſeiner Pfeife auf der Bank vor der Thür, neben welcher ein von Heine friſch gepflanzter Buſch in dem auf einer Hallig ſo ſeltenen hellen Grün prangt. Seine Frau, jetzt die Großmutter, iſt ſtets von einer blühenden Enkelſchaar umgeben. Heine ſchweift noch
auf dem Meere umher, denkt aber nächſtens, heim zu kehren
und ſich für immer auf der heimathlichen Scholle niederzu⸗
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