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In Mitten der Nordsee : Erzählung für die Jugend / von Marie Roskowska
Entstehung
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helfen, und ich nehme es übel, wenn Du etwas brauchſt, was ich habe, und den Mund nicht aufthuſt.

Rikmer drückte ihm gerührt die Hand und Henneke ging, um ihn nicht durch zu vieles Reden aufzuregen. Seine Frau und Mutter nahmen warmen Antheil an dieſer Beſſerung und die alte Frau ſagte:Was Gott thut, iſt wohlgethan, ob⸗ gleich wir Kurzſichtigen es nicht immer einſehn. Wie leid war es uns, daß Heine ſo viel ausgeſtanden hat! wie ſehr bedauerten wir den armen Jungen! Und Gott hat durch die Todesnoth eine Seele vom Verderben gerettet und eine Familie glücklich gemacht. Wer könnte um dieſen Preis noch die erfahrne Angſt und Qual bedauern?

Es ſchien ein ganz neues Leben auf der kleinen Hallig ein⸗ gekehrt zu ſein und beide Familien bildeten nur eine. Auch war jeder Einzelne in der frohſten Stimmung, die ſich zwar nicht durch laute lärmende Heiterkeit kund gab. Hennekes waren alle ſehr glücklich, daß Heine ihnen ſo gegen alle Wahrſcheinlichkeit und menſchliche Berechunng erhalten worden und fühlten auch lebhafte Theilnahme mit dem Glück der Nachbarn. Heine ſelber war das Leben und ſeine Hallig noch niemals ſo ſchön vorgekommen, als ſeitdem ihm der Tod ſo nahe geweſen.

In dem kleinen Häuschen auf der andern Seite der Hallig aber war keine Spur mehr von Unzufriedenheit, Hader oder Groll. Rikmar war ſo dankbar für das neu ge⸗ ſchenkte Leben, daß er ſich ſelbſt in der tiefſten Armuth glück⸗ lich gefühlt hätte, und er litt mit den Seinen ja keine Noth. Es herrſchten nun bei ihm die Einigkeit und herzliche Liebe, der Frohſinn und der Wetteifer, einander zu Gefallen zu