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In Mitten der Nordsee : Erzählung für die Jugend / von Marie Roskowska
Entstehung
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66 ſtill und verdutzt zu Häupten des Bettes ſtand,was hat der Vater denn auf dem Kopf? Hat er ſich Mehl auf⸗ geſtreut? Das Haar iſt ja ſo weiß, wie Großmutter Hen⸗ neke ihres.

Die Mutter leuchtete hin und ſah jetzt, was ihr in der Angſt und Ueberraſchung bisher entgangen war. Die See⸗ lenqual und Todesangſt hatten Rikmers dunkles Haar ge⸗ bleicht er ſah mit ſeinen dreißig Jahren wie ein Sech⸗ ziger aus.

Seine Frau weinte. Sie ahnte, welche furchtbare Pein er gelitten habe, und bedauerte ihn lebhaft.

Heine war mehrere Tage noch ſehr ermüdet und unwohl; nachdem er ſich aber tüchtig ausgeruht hatte und die Folgen der Erkältung vorüber waren, ſah es ihm Niemand an, was er unlängſt erlebt, und er war wieder friſch und geſund wie immer.

Arvſt Rikmer dagegen erholte ſich nicht ſo ſchnell. Er war einige Tage ohne Beſinnung und fieberte ſtark. Nicht das Durchnäßtwerden und die Anſtrengung aller Muskeln, um dem heranwogenden Waſſer zu widerſtehn, ſondern haupt⸗ ſächlich ſeine Reue und Gewiſſensangſt hatten ihn ſo ange⸗ griffen. Seine Frau fürchtete, er werde ſterben, Hennekes verſicherten jedoch, Ruhe und einige Hausmittel, die jeder Halligbewohner vorräthig hat, würden ihn bald wieder her⸗ ſtellen.

Und ſie hatten Recht. Er kam zu ſich und beſſerte ſich, doch ſehr langſam. Seine erſten Worte waren eine Bitte an ſein Frau, ihm zu vergeben, daß er ſie oft gekränkt und ihr das Leben ſtets verbittert hatte. Wie gern war ſie bereit,