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In Mitten der Nordsee : Erzählung für die Jugend / von Marie Roskowska
Entstehung
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war blöde und ſcheute ſich, ſeine Bewunderung merken zu laſſen, auch hatte er in dieſem Jahr, wenn es regnete, ein Geſchäft zu vollbringen, das ihn ganz in Anſpruch nahm.

Der liebe Gott hat in ſeiner Güte ſelbſt des ärmſten Kindes nicht vergeſſen. Unter allen Umſtänden, auch den traurigſten und drückendſten, ſprießen Freuden. Das Le⸗ ben braucht nicht gerade einem blühenden Garten zu gleichen, die Daſen der Wüſte ſind oft herrlicher und immer herzer⸗ quickender, als die reizendſte Gegend. Und die Kindheit hat eben die göttliche Gabe, dieſe HDaſen in der Wüſte aufzufin⸗ den, oder ſich auch welche zu ſchaffen; ſie vermag das Kleinſte, Unbedeutendſte in einen reichen Freudenquell zu verwandeln, kann bei dem Spiel mit Glasſcherben unſäglich glücklicher ſein, als der Beſitz aller Schätze der Welt macht. Auch in dieſem Sinne ſagte einſt der HeilandLaſſet die Kindlein zu mir kommen, denn das Himmelreich iſt ihr undWahrlich, ich ſage euch, wo ihr nicht werdet, wie die Kinder, ſollt ihr nicht das Himmelreich erben.

Auch der arme kleine Detlev auf ſeiner einſamen Hallig genoß das ſüße Glück der Kindheit im vollſten Maße. Außer dem Entzücken im Anſchauen der ſchönen Blumen lockte ihn das Geigenſpiel Hennekes und ſeines Sohnes gar gewaltig, auch träumte er viel von den Herrlichkeiten in der Stube, die er einige Mal ſchüchtern an der Hand ſeiner Mutter be⸗ treten hatte und die ihm außerordentlich, märchenhaft präch⸗ tig erſchien. Das war aber Alles noch nichts gegen einen andern Genuß.

Im vorigen Jahre, als Henneke ſeine Werfte ausbeſſerte, hatte er Erde vom Feſtlande bringen laſſen.