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In Mitten der Nordsee : Erzählung für die Jugend / von Marie Roskowska
Entstehung
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Der Vater warf einen beſorgten Blick nach dem Stande der Sonne, nach welchem er ungefähr auf die Wiederkehr der Fluth ſchließen konnte, dann trieb er zur größten Eile. Die Rinnen und Vertiefungen füllten ſich ſchon mehr und mehr mit Waſſer, der Boden begann noch ſchlüpfriger zu werden, wie vorher. Das Meer war im Steigen, und überfluthete wieder die meilenweite Strecke, von welcher es ſich während der Ebbe zurückgezogen hatte. Es kam unendlich ſchneller heran, als ein menſchlicher Fuß ihm zu entfliehen vermochte.

Henneke ſchaute hinter ſich auf die immer höher ſchwel⸗ lende Fluth und maß mit dem Auge die Entfernung, welche ihn von ſeiner Heimath trennte. Dann beſchleunigte er ſei⸗ nen Schritt ſo ſehr, daß Maatie, die er an der Hand führte, ihm kaum zu folgen vermochte. Bei dem geringen Umfang ihrer Inſel war ſie an weite Gänge nicht gewöhnt der Hinweg, wie das Umherlaufen auf der Hallig in der Son⸗ nenhitze, hatte ſie ermüdet und jetzt lähmte die Angſt ihre Kräfte vollends, denn ſie kannte ja genug Geſchichten von Schlickläufern, die von der Fluth überraſcht worden und elend ertrunken waren.

Wirf doch die Muſcheln fort, ſie hindern dich ja ſagte der Vater und nahm ihr das kleine Päckchen Heu ab. Sie gehorchte nach einem betrübtem Blick auf die niedlichen Schalen, welche ſie mit ſolcher Freude geſammelt und zur Ausſchmückung ihrer Werfte beſtimmt hatte.

Ich bringe dir nächſtens andere mit! meinte ihr Bru⸗ der tröſtend, denn er begriff, wie leid es ihr ſein müſſe, dieſe Schätze weg zu werfen. Er ſelber hatte wenig Furcht vor der nahenden Fluth. Er konnte tüchtig laufen, auch gut