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In Mitten der Nordsee : Erzählung für die Jugend / von Marie Roskowska
Entstehung
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Waſſer zurückgewichen und hatte den weichen, grauen Meeres⸗ boden, Schlick genannt, ſchon auf eine weite Strecke bloß gelegt. t

Der Knabe eilte hinein und rüſtete ſich dann mit dem Vater zu einer Wanderung, die ſie ſchon oft gemacht.

Mantije freute ſich lebhaft, denn ſie durfte heute mitkom⸗ men, wornach ſie ſich ſchon lange geſehnt hatte.

Mit Brot, Käſe und einer Flaſche Milch, wie mit Sicheln und großen Tüchern von Sackleinwand verſehen, zogen die Drei aus, nachdem fie vorher herzlichen Abſchied von Mut⸗ ter und Großmutter genommen hatten.Der Herr behüte Euch und führe Euch wohlbehalten heim! ſagte die alte Frau. Der Weg war zwar nicht weit, allein das Meer iſt tückiſch und obgleich der Halligbewohner durch die Gewohn⸗ heit gegen die Furcht abgeſtumpft iſt, muß er doch in jedem Augenblick auf eine Gefahr gefaßt ſein.

In einiger Entfernung von ihrer Hallig lag eine andere, noch viel kleinere, die nicht bewohnt war, von welcher Henneke das Gras benutzte. Bei der Ebbe konnte der Weg dahin ganz gut zu Fuß zurückgelegt werden, und auch jetzt begab ſich der alte Seemann mit ſeinen Kindern dahin. Rinnen und Spalten von verſchiedener Breite und Tiefe, und in al⸗ len Richtungen, durchſchnitten den weichen Schlickgrund, doch Edlef Henneke war hier wohlbekannt und umging die⸗ ſelben entweder mit den Kindern, oder er half dem Mädchen über die ſchmalen, während der Knabe allein hinüber ſprang.

Fiſche halten ſich in dieſer Gegend des Meeres nicht auf,

weil die Ebbe ſie aufs Trockne ſetzt; nur Rochen und Krab⸗

ben gab es hier, daher war der Fiſchfang der Halligbewohner