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Polnische Mütter : historische Novelle / von M. Roskowska
Entstehung
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Ruſſen über die ſchleunig hergeſtellte Brücke in die Haupt⸗ ſtadt. Die Regierungsmitglieder, wie die polniſchen Trup⸗ pen, hatten Warſchau verlaſſen, auch Stanislaw hatte es gethan, um ſich nicht der Gefangenſchaft auszuſetzen.

Die einzelnen, im Lande zerſtreuten Corps ſtreckten die Waffen; wer von den bei der Revolution Betheiligten nicht unentdeckt durch die Nachbarſtaaten kam, wurde ein⸗ gekerkert, oder nach Sibirien verbannt. Der König Sta⸗ nislaw Auguſt mußte dem Thron entſagen, und die dritte und letzte Theilung Polens erfolgte.

Die Gräfin war tief erſchüttert, als ſie Marynia's Ende erfuhr, meinte aber:Es iſt natürlich und gerecht, daß mein einziger Troſt mir geraubt wurde; ich habe es nicht verdient, Jemand zu beſitzen, der mich liebt, und ſie mußte untergehen, weil ſie ſich mir freundlich an⸗ ſchloß. Die arme Mutter!

Es war das erſte Mal in ihrem Leben, wenigſtens ſeit vielen Jahren, daß ſie aufrichtig und uneigennützig Theil an dem Leide eines Andern nahm; ſie wollte ſich der Generalin nähern, allein dieſe, die in ihr Haus zurück⸗ gekehrt war, nachdem die Brücke hergeſtellt, wollte Nie⸗ manden ſprechen. Sie war ſonſt zwar weichen, mittheilenden Gemüths geweſen, die furchtbaren Unglücksfälle, welche ſie ſo ſchnell nach einander getroffen hatten, ſchienen jedoch