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Die Generalin war eine große, ſtarke Frau; die Verzweiflung gab ihr Manneskraft und ſie entwand ſich den Händen Derer, welche ſie feſthielten. Auf einem Tiſch lag ein ſpitziges Meſſer, ſie ergriff es und wollte es zur Vertheidigung ihrer Tochter benutzen; allein was half es, daß ſie einen der Halbwilden niederſtieß, Alle konnte ſie ja nicht tödten. Nur eine Sekunde zögerte ſie, dann fuhr das Meſſer mit Gedankenſchnelligkeit durch die Luft und durch⸗ bohrte Marynia's Bruſt. Der Stoß war gut gezielt; die Soldaten, welche das Mädchen hielten, fuhren erſchreckt zurück und es ſank todt auf die Leiche des Vaters.
Die Generalin ſtieß einen dumpfen Schrei aus, dann ſtarrte ſie, das Meſſer in der Hand, regungs⸗ und ſeelen⸗ los auf die Getödtete. Mit wüthendem Toben fiel der Haufe über ſie her— ſie beachtete es nicht und erwartete gleichgiltig ihr Ende. Dieſes ſollte martervoll ſein, denn ein ſchneller Tod ſchien den Barbaren nicht genug Strafe dafür, daß ſie ihnen das reizende Mädchen entriſſen hatte. Durch den wilden Lärm herbeigezogen, trat ein junger Offizier herein; es war Stroganow, der Bekannte Seve⸗ rin's. Schaudernd ſah und hörte er, was vorgefallen. Er errinnerte ſich der Generalin Dziekonska gar wohl und noch beſſer ihrer ſchönen Tochter, die jetzt entſeelt neben der väterlichen Leiche lag. Auf das Aeußerſte empört, trieb er mit eigener Gefahr die zügelloſe Bande hinaus und
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