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Polnische Mütter : historische Novelle / von M. Roskowska
Entstehung
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glücklich geweſen wäre! Aber ſo war er dahin, ihr ein⸗ ziger Sohn, ihr Abgott und das Haupt, welchem ſie Polens Krone zugedacht hatte, moderte in einer Gruft mit Manchem, der im Leben keinen Fußbreit Boden ſein Eigenthum genannt hatte; das Herz, welches ihre Welt geweſen, das zu beglücken ſie Leben und Seligkeit hinzu⸗ geben bereit, dieſes Herz war von einer Kugel durchbohrt, die ſie ſelber in den Lauf des Gewehrs gethan hatte. Ohne ihre Mitwirkung wäre, wie ſie meinte, keine Con⸗ föderation von Targowica entſtanden, kein ruſſiſches Heer über die Grenzen gerückt, hätte die Theilung und der jetzige Krieg nicht ſtattgefunden. Sie, ſie allein war Schuld an Allem, und es ſchien ihr, als klage ſie jede der Thränen, die im Lande Mütter, Witwen und Waiſen, Bräute und Schweſtern vergoßen, des Mordes, des tau⸗ ſendfachen Mordes an. Sie wäre geſtorbén oder wahn⸗ ſinnig geworden, hätte ſie nicht ein warmes Herz gefun⸗ den, das ſich ihrer freundlich annahm.

Marynia fühlte die tiefſte Theilnahme für die See⸗ lenpein der Gräfin und that, was in ihren Kräften ſtand, um ſie zu tröſten. Einſt hatte Jene bittern Haß gegen das Mädchen gehegt, welches die Hauptveranlaſſung ge⸗ weſen, daß Severin ſich von ihr wandte, doch jetzt war ſie ſo zerknirſcht und gedemüthigt, daß in ihrem Herzen kein Raum zum Haß gegen irgend Jemand war, außer