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Die Eroberung Nischnois : eine Erzählung für die Jugend und ihre Freunde / von Marie Roskowska
Entstehung
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Die Leute ſtrömten zuſammen, nachdem ſie ſich ſo ſehr wie möglich herausgeputzt hatten und machten ihm tiefe Bücklinge.

Es war nichts Seltenes, daß ein Koſak, der ſein Hab und Gut vertrunken und verſpielt hatte, ſein Schießgewehr nahm und nach dem erſten beſten itelmeniſchen Oſtrog zog, wo er den Leuten drohte, er werde ſie erſchießen, wenn ſie ihm nicht Zobel⸗ oder Luchsfelle gäben, ſo viel ihm beliebte. Gewöhnlich erhielt er von den eingeſchüchterten Eingebornen, was er verlangte; war er aber zu grob und unverſchämt, ſo geſchah es auch häufig, daß die Gebrandſchatzten über den Plünderer herfielen und ihn erſchlugen.

Vrem war nicht ſo furchtſam und demüthig, wie viele ſeiner Landsleute, und es empörte ihn, daß ein Einzelner es

wagen ſollte, ſie mitten im Frieden zu berauben. Des Ruſſen

Leben ſchwebte in der höchſten Gefahr, das Gebell der Hunde rettete es jedoch.

Ein Schlitten mit zwei andern Koſaken nahte und jetzt, wo er drei mit Büchſen Bewaffnete vor ſich hatte, hielt es Rrem nicht für gerathen, Feindſeligkeiten zu beginnen. In⸗ deß wurde ſein innrer Grimm bald auf's Höchſte geſteigert.

Viele Koſaken reiſeten nämlich im Winter mit allerlei Waaren umher, welche ſie an die Einwohner verhandelten, aber ſo theuer, daß, z. B. ein eiſernes Meſſer zwei Zobelfelle galt. Geld hatten die Kamtſchadalen faſt nie, Vorräthe von Pelzwerk auch ſehr ſelten, da ſie zu träge waren, irgend ein Wild zu fangen, wenn ſie es nicht nothwendig brauchten; alſo wurden die Sachen gewöhnlich auf Credit genommen und im nächſten Jahre bezahlt. Geſchah dieſes nicht, dann