Livree der Marquiſin, noch ihr an die Oberin gerichtetes Empfehlungsſchreiben, noch das rei⸗ che von ihr dem Kloſter geſchenkte Almoſen, mochten wohl ihre Liebe zu mir vergroͤßert ha⸗ ben; aber es miſchte ſich doch ein wenig mehr Ehrerbietung in ihr zutrauliches Weſen. Sie befragten mich weder um Deine Abweſenheit, noch weshalb wir uns getrennt haͤtten. Ich ſagte ihnen jedoch, ich erwarte Dich. Die gute Oberin waͤhnte in ihrer Unſchuld, die Marquiſin habe große Abſichten mit meiner Perſon. Aber ich moͤchte ſelbſt fragen, wo eine ſo ſchnelle und lebhafte Theilnahme bet dieſer ſtolzen Frau herruͤhre? Ihre Guͤte ſchmerzt mich. Don Francisco ſagte ehedem, er ſey der Einwilligung ſeiner Mutter gewiß! — O, mein geliebter Manuel! mein Bruder! mein Gatte! laß uns nicht einen einzigen Tag verlieren. Eilen wir, uns wieder zu ver⸗ einigen! Hier druͤckt und erſchreckt mich Al⸗ les! ich fuͤrchte dieſen Don Francisco; ich fuͤrchte ſeine Mutter; ich furchte das Ungluck, welches mich verfolgt! Laſſe die Meere uns von dieſen boͤſen Menſchen trennen! Ach! ich
Don Manuel. Zweiter Theil. 11


