Man wußte naͤmlich, daß der Graf del Mar ſich, gegen den Willen ſeiner Familie, mit der reizenden Tochter eines einfachen Landmanns, deren Schoͤnheit ihn feſſelte, vermaͤhlt hatte. Ohne Ehrgeiz, ohne hoͤhere Wuͤnſche, floſſen ihm ſeine nur der Liebe geweihten Tage, ru⸗ hig und gluͤcklich, im Schoos des einſamen Lanolebens dahin. Aber die ſchoͤne Graͤfin war ihres einfoͤrmigen Gluͤcks nur allzubald uͤberdruͤſſig, und beſiegte, durch Liſt und Schmeichelworte, den Widerwillen des Grafen gegen das Hofleben ſo ſehr, daß er ſich ent⸗ ſchloß, ſeinen Aufenthalt in Madrid zu nehmen. Die Vermoͤgensumſtaͤnde des Grafen del Mar waren nicht glaͤnzend, und das Herz ſeiner ſchoͤ⸗ nen Lebensgefaͤhrtin nicht hinlaͤnglich, gegen die Reize des Luxus und der Eitelkeit gewaff⸗ net. Er erfuhr ſehr bald, wie unwiderſtehlich die Ueberredungskraft einer geliebten Gattin iſt. Sie wurde anſpruchsvoll, er ſchwach. Er ver⸗ ſuchte, ihr Vernunft zu predigen, ſie vergoß Zaͤhren, die er den Fehler beging, trocknen zu wollen. Sie errieth, wie weit ſie ihre Ober⸗ herrſchaft uͤber einen liebenden und nachgiebi⸗ gen Gatten ausdehnen koͤnne. Er empfand
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