— 135—
ten oft lange an, und der ſchreckliche Hunger verfolgt alsdann dieſe Unglucklichen bis zu den Fuͤßen der Altaͤre. Nur dann kuͤndiget der Schall einer, fuͤr dieſe grauſame Lage aufbe⸗ wahrten, Glocke den Bewohnern des Thales die große Noth des Kloſters an. Dieſe lau⸗ fen dann eilig zu, und trotzen oft wirklichen Gefahren, um die frommen Schweſtern dem Hungertode zu entreißen. Vergnuͤgt, wenn keine der gottgeweihten Jungfrauen unterlegen hat, fuͤllen die Thalbewohner deren Speiſege— woͤlbe mit neuen Vorraͤthen, welche die Non⸗ nen als Gaben des Himmels empfangen, und mit gewohnter Sorgloſigkeit, und in feſtem Vertrauen auf die Vorſehung, deren Beiſtand ihnen nie fehlte, wieder mit anderen Duͤrfti⸗ gen theilen.
Mein Fuͤhrer ließ mich einige Zeit allein, und ging durch die Gaͤrtnerwohnung ins In⸗,
nere des Kloſters. Es blieb mir alſo hinläng— liche Muße die Wildniß, in welcher das Klo⸗ ſter der Kapuzinerinnen liegt, zu betrachten. Die traurigen, unfruchtbaren, hohen Felſenſpi⸗ tzen des Mont Serrat, ſchuͤtzen den demuͤthi⸗
gen Zufluchtsort der Nonnen weniger gegen
———
——


