Teil eines Werkes 
Erster Theil (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Meine uͤbrigen Fragen, nach dem Zweck dieſer geheimnißvollen Reiſe und nach den Perſonen, die ihn abgeſchickt hatten, ließen ihn vermu⸗ then, ich trage Bedenken ihm zu folgen. Mit großer Zungengelaͤufigkeit uͤberhaͤufte er mich daher mit unzaͤhligen Verſicherungen von Red⸗ lichkeit und treuer Ergebenheit, und gab mir zu verſtehen, Stillſchweigen und Geheimniß

waͤren unumgänglich nothwendig, um zum

Zweck zu gelangen.„Kommen Sie, kommen

Sie,“ fuͤgte er lebhaft hinzu,„die junge

Sennora erwartet Sie!“

Die junge Sennora! Dieſe Worte dran⸗ gen wie ein Lichtſtrahl in meine Seele und hoben alle Zweifel. Ich folgte meinem Fuͤh⸗ rer, den ich mit Fragen beſtuͤrmte, der aber entweder ſelbſt wenig wußte, oder von ſeltener Treue war. Aber ich konnte mich nicht irren. — Welches Weib in der weiten Welt, außer Almaiden, konnte nach dem ungluͤcklichen Ma— nuel verlangen? Nur ſie konnte meine Ver⸗ zweiflung ahnen, nur ſie kannte mein Herz, nur ſie vermochte deſſen Stuͤrme zu ſtillen. Ach! ohne Zweifel hatte ſie ſo viel gelitten als ich, aber ein einziger Augenblick ſollte ja

————