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WMit der Unbeſonnenheit meines Alters pei⸗ nigte ich den guten Salvador mit hundert Fra⸗ gen, auf welche er mir nur die einzige Ant⸗
wort gab: mein Vormund wuͤrde mir ſchon die
mir auffallenden Sonderbarkeiten erklaͤren. Gern
haͤtte ich dasjenige, was ich zu fuͤrchten oder zu hoffen hatte, in den Augen dieſes trefflichen Dieners geleſen; aber ich konnte keine Veraͤn⸗ derung in ſeinem ſtets heiteren und wohlwollen⸗ den Geſichte bemerken, und ich wähnte daher, man wolle den jungen Triumphator mit ir⸗ gend einer ſchmeichelhaften Ehrenbezeugung uͤberraſchen.
Ich kam in den goldnen Brunnen. Man fuͤhrte mich in einen Saal, wo ich einige Zeit, die mir eine Ewigkeit duͤnkte, mir ſelbſt uͤber⸗ laſſen blieb. Ich traͤumte nur von meiner theu⸗ ern, mich erwartenden Almaide. Die Blumen des Kranzes, welchen ich fuͤr ſie beſtimmt hatte, verloren ihre Friſche. Mein Herz ſchlug heftig. Der unbekannte Vormund erſchien noch immer nicht. Konnte ich mich nicht auf einen Augen⸗ blick entfernen, um meine Schweſter zu ſehen? Der Vormund, dachte ich, wuͤrde ja wohl, in Ruͤckſicht des mich beſeelenden Gefuͤhles, eine


