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Das Andenken?— Aber auch dieſes verſchwin⸗ det endlich, wenn es keine Nahrung findet. Selbſt die Freundſchaft verweigerte mir ihre ſuͤ⸗ ßen Genuͤſſe, und das Ungluͤck ſonderte mich, ſeit meiner Kindheit, von dem großten Theile der Menſchheit ab.— Die Theilnahme?— Aber der Vormund, welcher ſo ſorgfältig uͤber meine Erziehung wachte, erklaͤrte er nicht, daß
ich eine, nur von ſeiner Guͤte abhaͤngige, Waiſe
ſey? Ich liebte ihn ſo zaͤrtlich, mit ſo warmer Dankbaͤrkeit! Er ſtieß mich mit Strenge von ſich!„Gehe“, rief er,„durchſchiffe die
Meere, gedenke Spaniens nicht laͤnger, ver—
geſſe auf ewig, daß ich dein Vormund war!“ — Die Liebe?— Nein in deinem Herzen, theuerſte Almaide, wird das Bild deines Freun⸗ des nie erloͤſchen! Ich vermag Spanien, dem Gluͤck, einem ehrenvollen Namen zu entſagen, aber nie meiner Almaide!
Ein friſcher Wind trieb das Schiff, wel⸗ ches mich neuen Ufern zufuͤhrte, mit der groͤß— ten Schnelle vorwaͤrts. Zu meiner Unterhal⸗ tung ſuchte ich, mir einige nautiſche Kenntniſſe zu erwerben. Ein junger, franzoͤſiſcher Officier
erklärte mir in einfachen, beſtimmten und deut⸗


