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geſeſſen, als ſie noch gottlos und ſchön und reizend und luſtig war.„Aber ſie iſt doch nicht immer ſo geblie⸗ ben!“ ſagt Ihr.„Auch ſie ward fromm, als ſie alt ward“... Als ſie alt ward— das iſt es! Kommt in den folgenden Hof... Hier ſeht Ihr unfre eigne Zeit, und Leſſing und Goethe und Schiller ſehen ernſt auf Euch nieder..
O, meine Freunde! laßt uns nicht müde werden,
nach dem Ideal der Schönheit zu ſuchen; aber ſeht in
die durchwanderten Jahrtauſende zurück, wenn Ihr trau⸗ rig werdet, es nicht zu finden. Setzt Euch nieder, hier⸗ her, zu den Füßen Gvethes, oder Leſſings, oder Schil⸗ lers! Laßt die bunten Fahnen über Euch wehen! Laßt die grünen Rebenguirlanden ſich ſchlingen von Säule zu Säule, von Hof zu Hof, von Volt zu Volk, von Jahr⸗ tauſend zu Jahrtauſend— laßt die Quellen plätſchern und die Tropendüfte wehen, ringsum! Laßt die Muſik ſanft klingen— laßt das Cryſtalldach über Euch leuch⸗ ten im blauen Himmelsäther— laßt Euch berauſchen und entzücken, und wenn Ihr ſie ganz durchkoſtet habt, die Herrlichkeit dieſer kleinen Welt, welche unter einer Kuppel alle Herrlichkeiten der großen Welt vereinigt, dann nehmt Euren Kopf in beide Hände und denkt an die Venus von Milo, die weinende Göttin der Schön⸗ heit und Liebe.
Wenn Ihr wollt, könnt Ihr einen kleinen Gypsabguß derſelben in einem jener Läden kaufen. Die Außenräume und die oberen Galerien im Cryſtallpalaſt ſind nämlich an Londoner Geſchäftsleute vermiethet, von denen die Fremden, welche Sydenham beſuchen, Andenken mitzu⸗
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