— 246—
dem Thier in ſeiner urſprünglichen Furchtbarkeit eigen⸗ thümlichen Feuer glühte. Es war jener ſchlangenhaft ſtechende Blick, welcher ihn mit einem Mal wieder an die grauenhafteſte Nacht ſeines Lebens und an die ſchreck⸗ lichen Viſionen erinnerte, welche er damals gehabt. Das war daſſelbe Auge, welches in jener Nacht magi⸗ ſche Lichtſtrahlen, aus den Farben des Blitzes gemiſcht, von der Decke des Zimmers auf ihn herabſchoß— feu⸗ rige Strahlen, in welchem ſonderbare Funkenatome tanz⸗ ten— tödtliche Strahlen, welche ſein Herz in tauſend glühende Fäden ſpannen, und ſein Auge mit dem Schreck⸗ bild tauſend wilder Geſtalten folterten. Da war ſie wieder, die fürchterliche Geſtalt.... da war die Mut⸗ ter mit ihrem Kinde, welche um Erbarmen flehte, welche ihm das bleiche, ſterbende Weſen auf hageren Armen
entgegenſtreckte... welche lächelte; traurig, o ſo trau⸗ rig, als wolle ſie Abſchied von ihm nehmen.... welche... O Gott, er kannte ſie.... da ſtand ſie... ſie wollte nicht weichen. Nach achtzehn Jahren war ſie aus dem Grabe geſtiegen, und da ſtand ſie vor ihm die er geliebt, die er betrogen, die er verlaſſen, die er gemordet.... Es war Flory Well⸗
mann, das arme, unglückliche Mädchen von Portſea Aber nein! ſie war es nicht. Es war das furcht⸗ bare Auge, das Schlangenauge, welches von der Decke des Zimmers herab auf ihm ruhte, höhniſch, rachetrun⸗ ken, ſchwelgend in der Wolluſt der Rache ach ein Auge, wie das ſtechende Licht des jüngſten Gerichts.. Aber nein! es war nicht das Auge. Er ſtand ja in Lady Caſtlemere's Drawing Room, neben dem ſchönſten


