ihre Mutter,„reichen Sie mir gefälligſt die Ruthe von dem Geſimſe des Camins.“
Bei dieſen Worten warf ſich das Kind mit einem furchtbaren Aufſchrei, welcher wie ein Proteſt klang gegen die Barbarei, welche die gute Miß Sophia aus⸗ zuüben in Begriff ſtand, zu den Füßen derſelben nieder, und die Knie derſelben in einer Art von plötzlicher Ra⸗ ſerei umſchlingend, rief ſie:
„O, Miß Sophia, Verzeihung! O, Miß Sophia, Gnade— o, Miß Sophia, Erbarmen!...“
Aber ſchon hatte Miß Sophia die Ruthe ergriffen, welche die achtzigjährige Greiſin ihr mit zitternder Hand gereicht, und indem ſie das ängſtlich flehende Kind vom Boden emporriß, machte ſie Gebrauch von dem genann⸗ ten Strafwerkzeuge, ganz ſo, wie das Herkommen in Elm⸗Tree⸗Cottage ihn für Widerſetzlichkeiten von ſo ganz außerordentlicher Natur vorſchreibt.
„Und nun Miß Jemima,“ ſagte Miß Sophia, in⸗ dem ſie die Ruthe wieder in die Hände der greiſen Mutter gab,„nun gehen Sie auf Ihre Kammer und verlaſſen Sie dieſelbe nicht früher, als ich Sie rufen laſſe!“
Unter wildem Geſchrei, daß man ſie ſo grauſam, ſo ungerecht und ſo ſchimpflich behandle, hatte das Kind ſeine unverdiente und entehrende Strafe erduldet. Heu⸗ lend faſt und aufgeregt bis zum Höchſten— in der That hatte Miß Sophia das Kind noch nie ſo aufge⸗ regt geſehen und glaubte auch nicht, daß dieſes ſcheinbar ſo in ſich gekehrte Weſen jemals ſo furiös aus ſich her⸗ austreten könne— mit verwildertem Haar und geſchwol⸗


